27.07.2019 00:38
Von: Peter Papke

Tolle Besichtigungen für Ehrenmitglieder

Bei der Druckerei-Besichtigung dabei waren v.l.n.r.: Maria Böwer, Alois Menkhaus, Hans Böwer, Franz Langkamp, Margot Wichering, Dietlind Bösemeyer, Christa Richter, Karl-Heinz Bergmann und Peter Papke (Foto: Britta Bergmann)

Sichtbar beeindruckt wirken v.l.n.r. Franz Langkamp, Hans Böwer, Alois Menkhaus und Christa Richter (Foto: Britta Bergmann)

In geselliger Runde bei Kaffee und leckerer Erdbeertorte saßen die Ehrenmitglieder zusammen mit Ria Papke (2.v.l.) (Foto: Peter Papke)

Das war wieder einmal ein gelungener Ausflug: Unser Cheforganisator Alois Menkhaus hatte mit dem Geschäftsführer vom Druckhaus Bergmann, Karl-Heinz Bergmann, eine Besichtigung des Druckhauses an der Ackerstraße in Osnabrück vereinbart. Diese wurde dann noch ergänzt durch eine Führung durch die Regionalleitstelle von Polizei und Feuerwehr im Kreishaus.

Karl-Heinz Bergmann empfing uns am 20. Mai um 10.30 Uhr und erzählte uns bei Kaffee und Gebäck interessante Details über die Druckerei, die er heute gemeinsam mit seinem Bruder Uwe führt. Gegründet hatte sie sein Vater Josef Bergmann - ursprünglich mit einem Kompagnon - im Jahr 1950. Erster Firmensitz war 1950 an der Turmstraße. Nach mehreren Umzügen erreichte das Druckhaus Bergmann dann 2001 den jetzigen Firmensitz an der Ackerstraße.

Karl-Heinz hat in Osnabrück und Wiesbaden gelernt und seine breit aufgestellte Ausbildung 1975 abgeschlossen. Seit 1978 leitet er das Druckhaus Bergmann und hat seitdem auch zahlreiche Fachleute als Drucker, Medientechnologen, Schriftsetzer und Mediengestalter ausgebildet. Und da heute mit seiner Frau Renate, die hauptverantwortlich für die Werbung im Bürger-Echo zuständig ist, und den beiden Töchtern Julia und Britta sowie Bruder Uwe, Schwägerin Heidrun, den Nichten Catrin und Silvia insgesamt 8 „Bergmänner“ im Betrieb arbeiten, kann man diesen getrost als Familienbetrieb bezeichnen - auch wenn dort noch weitere, nicht zur Familie gehörende Fachleute, bereits langjährig beschäftigt sind.

In den Anfängen wurden alle Drucksachen per Hand gefertigt, d.h. die Bleibuchstaben wurden zu einzelnen Wörtern zusammengesetzt und dann gedruckt. Nachdem 1973 der Bürgerverein u.a. von Karl-Heinz Voerste, damals Interimsbürgermeister, gegründet wurde, wurde vom Bürgerverein Wallenhorst e.V. auch das erste Bürger-Echo herausgegeben und seitdem im Druckhaus Bergmann gedruckt. Alle bisher erschienenen Bürger-Echos sind in Jahresbänden zusammengefasst, und wir konnten diese gebundenen Schätze exemplarisch durchblättern.

Vor der Herausgabe des Bürger-Echos wurden dort bereits Bücher, Privat-, Geschäfts- und verschiedenste Informationsdrucksachen hergestellt. Bereits zur 1100-Jahr-Feier von Wallenhorst erschien 1951 das erste Wallenhorster Buch. Auch heute werden Festschriften für verschiedene Anlässe, Bücher sowie das Regional-Journal hergestellt.

Man muss sich mal vorstellen: Für eine Ausgabe des Bürger-Echos werden 3 Transporter voller Hefte nach Wallenhorst gebracht und von 35 Austrägern in die Haushalte gebracht – kostenlos, versteht sich! Für das Regional-Journal sind weitere 25 Austräger zuständig.

Es folgte nun die Führung durch die Druckerei, und das war für uns alle wirklich eine Offenbarung, denn diese komplexe Technik kann man sich als Außenstehender einfach nicht vorstellen. Die erste Station führte uns zu Britta Bergmann, die uns vorführte, wie sie den Bericht über die 1. Damen von Blau-Weiss zusammenstellte. Im nächsten Raum, dem Belichterraum, wurde dann zur Demonstration diese Druckplatte mit 4 BWH-Seiten gefertigt. In der eigentlichen Druckerei konnten wir dann die Fertigung der ersten von insgesamt 14.500 Exemplare bewundern, und jeder von uns konnte sein erstes Bürger-Echo bereits an diesem Montag mit nach Hause nehmen.

Karl-Heinz Bergmann hatte diesen Termin mit Alois Menkhaus extra gewählt, damit wir den Druck von Blau-Weiss-Artikeln miterleben konnten. Wir bedankten uns zum Schluss für die tolle und sehr informative Führung und brachen auf zum Kreishaus, wo nach dem Mittagessen eine Besichtigung der Regionalleitstelle der Polizei und Feuerwehr vorgesehen war.

Die Überraschung war groß, als uns mit Uli Beimesche ein bekannter Wallenhorster Feuerwehrmann in Empfang nahm. Das machte die ganze Sache wohl für beide Seiten einfacher, denn man konnte völlig entspannt in die Besichtigung dieser für uns alle neue und sehr interessante Regionalleitstelle gehen.

Uli Beimesche führte uns dann anhand einer Powerpoint-Präsentation in die Funktion und Arbeit dieser zentralen Notrufstelle ein. Es sind nicht nur „normale“ Notrufe, die unter 112 oder auch 110 eingehen, es ist auch ein zentraler Punkt bei Katastrophen wie Schneechaos, Überflutung oder Feuer. Hier wird alles angenommen und dann an die entsprechenden Stellen weitergeleitet. Sehr betroffen zeigten sich die blau-weissen Ehrenmitglieder von seiner Aussage, dass eine ganze Menge der Anrufe Hilfeersuchen sind, die keinen Einsatz eines Rettungswagens erfordern, sondern in sehr vielen Fällen würde eine Inanspruchnahme des ärztlichen Notdienstes oder aber ein Vorstellen in der Notdienstambulanz ausreichen.

Beimesche: „Viele dieser sogenannten Notfälle gehören auch nicht In die Notfallambulanz eines Krankenhauses. Dies wird auch immer wieder in der Presse genannt. Mit den sogenannten Notfällen blockieren somit viele Anrufer die eigentliche Arbeit in der Notfallambulanz der Krankenhäuser. Die Anrufe auf 112 beziehen sich in unserer Zuständigkeit auf die Stadt und den Landkreis Osnabrück, während die Zuständigkeit der Polizei, also der Notruf 110, zusätzlich noch die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim erfasst.“

Wenn man bedenkt, dass heutzutage z.B. bei Unfällen selbst Rettungskräfte der Feuerwehr oder des Roten Kreuzes angegriffen werden, dann fragt man sich wirklich, was in unserem Staate wohl schiefläuft.

Sehr überrascht waren wir alle von der Größe der Leitstelle, denn neben dem großen Raum, in dem die diversen Notrufe eingehen, gibt es noch ein Rechenzentrum sowie Büroräume und Sozialräume, worunter man Umkleide- und Ruheräume versteht. Der Begriff KRLOS heißt Kooperative Regionalstelle Osnabrück, und ist darauf zurückzuführen, dass es hier um die Zusammenarbeit von Polizei und Feuerwehr geht.

Waren es vor 30 Jahren noch 11 Leute so sind es heute 40 Personen, die hier täglich Dienst verrichten. Zuständig sind sie für insgesamt über 560.000 Einwohner, d.h. Osnabrück-Land und -Stadt sowie die Grafschaft Bentheim und das Emsland. Die Idee, eine solche Leitstelle zu schaffen, entstand aus dem Willen, Kosten zu sparen, moderne Technik und Ressourcen besser zu managen und damit den Bürgern schneller und besser helfen zu können. Bei aller Hektik darf auch hier wie in vielen Bereichen des Lebens der Datenschutz nicht vergessen werden. Nach etwa eineinhalb Stunden war diese sehr informative Führung zu Ende und wir bedankten uns bei Uli Beimesche für die sehr kompetente und nette Führung.

Der Tag endete dann bei Ria und Peter Papke im Garten, und unser neues Ehrenmitglied Franz „Fenni“ Langkamp gab seinen Einstand mit einer leckeren Erdbeertorte. Das anschließende gemeinsame Singen erinnerte ihn an die Zeit, als wir zusammen in der Ersten spielten und nach dem Spiel - gewonnen oder verloren - in der Vereinsgaststätte Strössner unsere Stimmbänder strapazierten. Alles in allem war auch dieser Tag wieder ein erlebnisreicher, und wir alle werden sicher noch oft daran zurückdenken.<xml></xml>