01.09.2018 09:26
Von: Peter Papke

Blau-Weiss trauert um Gerd Kock

Am 21. Juli 2018 verstarb im Alter von 89 Jahren nach schwerer Krankheit unser Sportkamerad und Ehrenmitglied Gerd Kock

Am 29. November 1928 wurde Gerd Kock in Osnabrück geboren. Sein Vater war Lehrer an der Volksschule in Hollage. Nach dem Schulbesuch erlernte er den Beruf des Zahntechnikers. Als er den Meistertitel erworben hatte, gründete er 1960 an der Bergstraße seinen Betrieb. 20 Jahre später zog er an die Hansastraße um, wo heute sein Sohn Gerhard Firmenchef ist. Nach der Wende bauten beide in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern 2 Zweigwerke auf mit insgesamt 90 Beschäftigten. In Hollage verfügt das Zahnlabor Kock über 180 Mitarbeiter und ist damit das größte seiner Art in Deutschland.

1966 heiratete er seine Anni, mit der er 2 Kinder hat: Stefanie und Gerhard. Letzter schenkte ihm 2 Enkelkinder: Frederike und Paul Gerhard. Bis zu seiner schweren Erkrankung Ende 2017 ging er noch immer fast täglich in den Betrieb und half seinem Sohn Gerd jun. bei verschiedenen Dingen.

Mit Gerd Kock hat Blau-Weiss Hollage einen der letzten Zeitzeugen verloren, die noch über die Neugründung 1945 berichten können. Seine Anekdoten aus der Nachkriegszeit waren immer gern vernommen, und die meisten davon sind den Jüngeren unter uns wohl gänzlich unbekannt. Gerd erzählte: "Im Sommer 1945 gab es in Hollage schon 2 Fußballvereine: den "Moorländer Pfefferclub" und den "Dörnter Kamikazeverein" von Heinz Keller. Franz Remme hatte dann die Idee, den alten 1934 gegründeten Verein wiederzubeleben. Bei Strößner im Saal trafen sich 30-40 Interessierte, und von den Pyern, die schon einen Verein hatten, wurden wir unterstützt. Heinrich Goldkamp wurde 1. Vorsitzender. Zunächst hießen wir HSV (Hollager Sportverein), auf der Generalversammlung 1946 gaben wir uns dann den Namen FC Blau-Weiß Hollage." Zu seinen fußballerischen Qualitäten sagte er: "Für die Erste hat es nie gereicht, aber immerhin habe ich die Schülermannschaft trainiert!"

Schon damals war für ihn der Zusammenhalt im Verein und bei den Mannschaften immens wichtig. Oft erwähnte er auch die Entwicklung vom Fußball- zu einem Breitensportverein, der 1969 durch den Bau der ersten Turnhalle möglich geworden war, was er sehr begrüßte. Er nahm bis zuletzt regen Anteil am Hollager Sportgeschehen und wurde 1995 zum Ehrenmitglied gewählt. Als solches war er Pfingsten auch immer Ehrengast beim Internationalen C-Junioren Turnier. Erfreut war er über die Tatsache, dass er auch jedes Jahr zu den Franz-Grammann-Spielen eingeladen wurde, die an seinen 1978 verstorbenen Schwager und ehemaligen Vereinsvorsitzenden erinnern.

Seine stets freundliche Art wird uns immer in Erinnerung bleiben. Wir wünschen seiner Ehefrau Anni und den Familien von Stefanie und Gerhard für die kommende Zeit viel Kraft und Stärke, um mit dem großen Verlust fertig zu werden.

Für deine großartige Unterstützung für unseren Verein sagen wir: "Danke, Gerd!"

Blau-Weiss Hollage von 1934 e.V., für das Präsidium: Peter Papke