02.11.2017 09:17
Von: Peter Papke

Die Geschichte der Volleyball-Abteilung

1. Herren, Saison 1974/75: (Hinten v.l.n.r.) Klaus Steckel, Ralf Bergmann, Klaus Karneth, Martin Goldkamp, Wolfgang Risse, (Vorne v.l.n.r.) "Maskottchen" Martin Bergmann, Manfred Sandmann, Hubert Grünebaum, Joachim Sandmann

1. und 2. Damen, Saison 2010/11: (Hinten v.l.n.r.) Ulrich Hauschild (Trainer 2. Damen), Saskia Bergmann, Henrika Krümberg, Johanna Kroop, Malena Albers, Sophie Krümberg, Stephanie Krümberg, Lena Teupe, Maren Teupe, Carolin Pohlmann, Kristina Menke, Stephanie Rodefeld (Trainerin 1. Damen), (Vorne v.l.n.r.) Marie-Christin Meyer, Virgilia Kuhlmann, Louisa Heinze, Stephanie Goldkamp, Annemarie Trame, Corinna Hauschild, Regina Winkler, Johanna Menke

Es begann mit dem Bau der Turnhalle 1968. Nun war bei Blau-Weiss nicht nur Fußball oder Leichtathletik möglich sondern auch Sportarten, die fast ausschließlich in der Halle durchgeführt werden können. Im Jahr 1970 überlegte der damalige Lehrer an der Volksschule Hollage, Wolfgang Risse, ob es Sinn mache, eine Volleyballabteilung im Verein zu gründen. In der Schule hatte er mit seinen Sportklassen damit begonnen, und die Kinder fanden großen Spaß an diesem interessanten Spiel.

Es sprach sich schnell herum, es gab immer mehr Interessenten, und so begann Wolfgang Risse 1970 mit dem Aufbau einer Volleyballabteilung und natürlich mit dem Training. Zunächst hatte er nur männliche Jugendliche, die sich für diesen Sport interessierten, und in der Saison 1971/72 meldete er erstmals eine Jungenmannschaft, die am Punktspielbetrieb der Kreisklasse Osnabrück teilnahm.

Die Olympischen Spiele von München 1972 entfachten ein regelrechtes Volleyballfieber in Deutschland, denn schließlich gewannen die Männer der damaligen DDR 3:1 im Finale gegen Japan und wurden Olympiasieger. Bei den Frauen setzte sich die Sowjetunion knapp mit 3:2 gegen Japan durch. Damit war dies Spiel endgültig angekommen im internationalen Sport. 1895 hatte der Amerikaner William G. Morgan ein Spiel namens Mintonette entwickelt, das mit dem heutigen Volleyball noch wenig zu tun hatte. So war z.B. die Zahl der Spieler ebenso unbegrenzt wie die Zahl der erlaubten Ballkontakte. Ein Jahr später hieß es dann Volley Ball, und seit 1952 hat es den heutigen Namen Volleyball.

Nach und nach wurden auch besondere Techniken wie Blocken und Baggern und Taktiken wie der Angriff aus der hinteren Reihe oder diverse Finten entwickelt, und auch die Regeln wurden bis heute immer mehr verfeinert. So konnte sich dieses tolle Spiel zu einem der weltweit beliebtesten Rückschlagspiele entwickeln. Heute gelten Brasilien, China, Italien, Serbien und Russland als die führenden Nationen. Nach Schätzungen der FIVB (Fédération Internationale de Volleyball) beteiligen sich heute 1 Sechstel aller Menschen (also über 1 Milliarde!) weltweit aktiv oder als Zuschauer am Volleyball. (Zum Vergleich der Fußball: Insgesamt 208 Nationalverbände umfasst die FIFA). Der Deutsche Volleyball Verband (DVV) wurde 1955 gegründet und die Bundesliga 1957. Seit 1964 ist Volleyball olympische Disziplin, die total populäre Variante Beach-Volleyball ist seit 1996 ebenfalls olympisch.

Wolfgang Risse nutzte die damalige Euphorie und so kamen dann erstmals 1975 auch die ersten Mädchen zum Volleyballtraining. Sehr aktiv beteiligt am Aufbau der Volleyball-abteilung waren u.a. auch die Sandmann-Brüder Manfred, Ansgar und Jochen. Dr. Manfred Sandmann, heute als Zahnarzt in Hollage tätig und Vorsitzender der Tennisabteilung, berichtet: "Als ich 1972 zum Volleyball kam, existierte bereits eine fest etablierte Stammmannschaft und eine von Wolfgang Risse mit viel Engagement geleitete Volleyballabteilung. Die Mannschaft bestand künftig aus einer Mischung von etwas älteren Spielern aus den Anfangsjahren und jüngeren Nachwuchsspielern. Heimspiele waren immer mit einigem Aufwand verbunden, denn es musste nicht nur die Netzanlage aufgebaut werden, sondern auch jedes Mal die Seitenlinien des Spielfeldes abgeklebt werden, da in der Halle nur sehr dünne Spielfeldmarkierungen vorhanden waren. Leider verstarb Wolfgang Risse viel zu früh, so dass kurzfristig ein Nachfolger für die organisatorische Abwicklung der Punktspiele und des Trainings gefunden werden musste. Aus dieser Not heraus übernahm ich dann für einige Jahre die Abteilungsleitung und in Zusammenarbeit mit der Mannschaft die Trainingsleitung. Ebenso versuchte ich die Nachwuchsarbeit zu verstärken, aus der neben Spielern für die Herrenmannschaft auch die erste Damenmannschaft hervor ging. Nach Aufnahme meines Studiums Ende 1977 konnte ich natürlich die Abteilungsleitung nicht weiter fortsetzen. Nach weiteren Spielerfluktuationen durch Studium, Arbeit oder Vereinswechsel musste dann leider die Herrenmannschaft aufgelöst werden. Aus der Damenmannschaft entwickelte sich dann aber glücklicherweise eine bis heute funktionierende Damenvolleyballabteilung, der ich für die Zukunft viel Erfolg wünsche."

Wie Manni berichtet, so musste leider schon 1980 der Spielbetrieb der Herrenmannschaft eingestellt werden, da es an Spielern und vor allem am Nachwuchs mangelte. Die Damen nahmen 1977/78 erstmals am Punktspielbetrieb auf Kreisebene teil und schafften es schließlich bis in die Bezirksliga. Mit dieser Entwicklung sind vor allem 2 Namen verbunden: Kersten Wick und Stephanie Tegeler heute Rodefeld. Zuvor hatte Thomas Lückmann mit den Damen 1981 den Aufstieg in die Bezirksklasse geschafft, dem aber auch der Abstieg in die Kreisliga folgte. Anschließend übernahm Peter Stein die sportliche Leitung und mit Hilfe von Maria Riepe, Karin Wulftange und besonders Steffi Tegeler ging es wieder aufwärts. Steffi Rodefeld (geb. Tegeler) erinnert sich: "Über mehrere Jahre bestand die Mannschaft aus Spielerinnen, die sich schon lange kannten und sich auf dem Spielfeld fast blind verstanden. Durch die wechselnden Trainer haben wir verschiedene Trainingsformen kennen gelernt und konnten so z.B. im Angriff immer neue Varianten ausprobieren. Zu jeder Trainingseinheit gehörte früher das Erlernen des "Hechtbaggers". Heute ist die Trainingslehre des modernen Volleyballs auf einem höheren und vielfältigeren Entwicklungsniveau angekommen. Den Hechtbagger gibt es heute aber immer noch..."

Seit dem Jahr 2009 wird die Volleyballabteilung maßgeblich geleitet von der Familie Hauschild. Während Ulrich als Abteilungsvorsitzender und Trainer der 2. Damenmannschaft fungiert, so ist Corinna 2. Vorsitzende, Kassenwartin, Spielerin der 1. Damenmannschaft und Trainerin der Mädchen in Personalunion, und Töchterchen Jule (5) ist bei allen Turnieren als Maskottchen dabei. Dass die Hauschilds auch für die Pressearbeit zuständig sind, versteht sich fast von selbst.

Corinna freut sich über einen tollen Zuwachs im Mädchenbereich: "Insgesamt 26 Mädchen nehmen zurzeit am Trainingsbetrieb teil und werden in der kommenden Saison am Jugendpunktspielbetrieb teilnehmen! Hier werden vermutlich gleich mehrere Mannschaften in den Gruppen E/F und D/C gemeldet. Hierzu benötige ich noch tatkräftige Unterstützung! Wer Interesse an Volleyball hat und eine Übungsleitung übernehmen möchte, kann sich gerne bei Ulrich oder mir melden! Desweiteren besteht der Wunsch auch wieder männliche, sportbegeisterte Volleyballer bei Blau-Weiss Hollage begrüßen zu können! Ulrich würde wieder gerne eine Jungenmannschaft trainieren und dann bis in die Männerliga bringen! Ihr braucht keine Angst zu haben, Volleyball macht einfach einen Riesenspaß!"

Ab der Saison 2011/12 leitete Corinna nur noch allein die Abteilung und seit 2014 ist Janina Bode Abteilungsleiterin. Im Jahr 2017 spielen weiterhin zwei Damenteams für Blau-Weiss Hollage. Die 1. Damen, die von Steffi Rodefeld und Carsten Gnade trainiert wird, spielt in der Bezirksliga. Die 2. Damen wird von Anke Beiderkellen trainiert und spielt in der Kreisklasse. 

Wir wünschen unserer Volleyballabteilung sportlichen Erfolg und immer viel Spaß beim Training und den Spielen, und vielleicht gelingt ja bereits in diesem Jahr der Aufstieg in die nächst höhere Klasse. Außerdem möchten wir alle Kinder und Jugendlichen ermuntern, einmal reinzuschauen beim Training und mitzuspielen. Ihr werdet begeistert sein von der freundlichen Atmosphäre im Kreise vieler netter Menschen.