04.12.2021 00:36
Von: Raphael Steffen/NOZ

Lilly Bartke beim DFB

Lilly Bartke, hier im Garten ihres Elternhauses in Wallenhorst, will es beim DFB noch weit bringen. Foto: André Havergo/NOZ

Seit sie drei Jahre alt war, spielt die Wallenhorsterin Lilly Bartke Fußball: Zuerst bei Blau-Weiß Hollage, inzwischen auch beim SV Meppen – und bald womöglich für Deutschland, in der U15-Nationalmannschaft des DFB.

Es erweist sich als schwierig, einen Termin mit Wallenhorsts jüngster Fußball-Nationalspielerin zu vereinbaren. Vier, manchmal auch sechs Tage in der Woche von Lilly Bartke sind vollgepackt mit Trainingseinheiten und Spielen, sei es in Hollage, wo sie nach wie vor mit der C1 in der Bezirksliga kickt, oder in Meppen, wo sie seit dem Sommer aktiv ist. Dazwischen immer wieder Lehrgänge auf Landesebene mit dem NFV – oder noch höher hinaus mit dem DFB, bei der U15-Nationalmannschaft.

Im Mittelfeld zu Hause

Am Sonntag fährt Lilly schon zu ihrem fünften DFB-Lehrgang, der die ganze Woche bis zum 10. Dezember in Mönchengladbach stattfindet, inklusive Testspiel gegen Belgien am Mittwoch. Mit gerade mal 13 Jahren ist Lilly eine der Jüngsten im Team, die meisten sind schon ein Jahr älter – mit einem Startelf-Einsatz rechnet sie nicht. Aber auf eine Einwechslung hofft die Wallenhorsterin schon. Das zentrale Mittelfeld ist ihre Stammposition.

„Ich wollte schon immer Fußball spielen“, sagt Lilly. Und sie tut es, seit sie drei Jahre alt war – also quasi so lange sie denken kann. Ihre Eltern, Sandra und Michael Bartke, beide selbst ehemalige Kicker, haben sie dabei immer ermutigt und unterstützt. BW Hollage ist Lillys Heimatverein, hier war sie stets gerne Mannschaftskapitänin und will noch mindestens zwei Jahre bleiben. Aber beim SV Meppen hat sie endlich die Gelegenheit, in einem reinen Mädchenteam zu spielen. Auch das Training sei dort qualitativ höher. Vor allem der Teamgeist ist es, der die Nachwuchssportlerin für den Fußball begeistert. „Es macht Bock und wird nie langweilig – jedes Spiel ist anders“, erklärt Lilly.

Mehr als ein Hobby


Wenn sie Sonntag nach Gladbach fährt, wird sie die einzige Niedersächsin im DFB-Kader sein und fast die ganze Woche ohne ihre Eltern verbringen. Von den anderen Mädchen kennt sie nur wenige. Die Lehrgänge sind anspruchsvoll. „Man trainiert viel und hat wenig Zeit für sich. Alles ist eng getaktet“, erzählt Lilly. In Sportpsychologie lernt sie, wie man mit dem Druck im Spiel, das für so viele heiliger Ernst ist, umgeht. Und natürlich muss auch der normale Unterrichtsstoff abgearbeitet werden. Ihre Schule, die Angelaschule in Osnabrück, unterstützt Lillys Fußball-Ambitionen, indem sie die Materialien zur Verfügung stellt.

Viel Arbeit und wenig Freizeit also für ein junges Mädchen. Aber Lilly sagt: „Das ist es mir wert. Für mich ist es schon Leistungssport und nicht nur ein Hobby.“ Im Meppener Jugendleistungszentrum hofft sie, richtig durchstarten zu können. Als Blau-Weiße beim DFB ist sie außerdem in guter Gesellschaft: Vor Lilly Bartke haben es bereits die Zwillinge Jasmin und Sarah Jabbes sowie Eva Holtmeyer aus Hollage bis in Juniorinnen-Nationalmannschaften geschafft.

 

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